19.10.2017

Recherche jenseits von Google & Co

Kaum jemand liest gerne sehr persönliche Dinge über sich selbst im Internet. Suchmaschinen wie Google sind daher in den Ergebnissen, die sie ausgeben, immer weiter eingeschränkt. Bereits seit einem Urteil im Jahr 2014 müssen Suchmaschinen auf Antrag betroffener Personen Verweise auf einzelne Artikel aus ihren Trefferlisten entfernen, wenn diese sensible persönliche Daten enthalten. Ganz aktuell ist bekannt geworden, dass Insolvenzbekanntmachungen einschließlich der Namen von Betroffenen von Google nicht mehr indiziert werden, da dies gemäß Verordnung zu öffentlichen Bekanntmachungen in Insolvenzverfahren im Internet (InsoBekV) nicht zulässig ist.

Auf der einen Seite sind diese Entwicklungen für Betroffene durchaus positiv. Denn wer will beispielsweise, dass sein Name im Zusammenhang mit einer Insolvenz über Suchmaschinen gefunden wird?

Auf der anderen Seite ergeben sich im Geschäftsverkehr klare Nachteile, wenn Informationen nicht verfügbar sind, denn eine Bewertung von Partnern oder Lieferanten gehört zu den unternehmerischen Sorgfaltspflichten.

Informationen, die über Suchmaschinen nicht mehr auffindbar sind, scheinen oberflächlich nicht mehr zu existieren. Und damit ergeben sich auch keine Anhaltspunkte, genauer hinzusehen. Genau dieses Wissen, was wo auffindbar ist, zeichnet unter anderem die Arbeit eines Wissensdienstleisters aus.